Unruhig bleiben?

September 2020 —–


 

Das ist der Titel eines Buches von Donna J. Haraway – schon das erste Kapitel ist so einleuchtend und erhellend für unsere Zeit, dass ich es schon jetzt unbedingt weiter empfehlen möchte.

Donna J. Haraway ist eine feministische Denkerin und Autorin, die einen immer weiteren Rahmen um unsere aktuellen Sesshaftigkeitsstrukturen spannt. Sie verlässt das Menschenzeitalter, das Anthropozän, und macht sich auf in ein Zusammenleben von Arten, Bakterien, zu Verwandtschaften aller Art.

Sie fordert ein radikales in der Gegenwart-Sein, ein klares Denken, dass sich nicht in ausgedachte Zukünfte begibt – die einen in den unausweichlichen Untergang, die anderen in technologische Fantasiegebilde, die dritten in vage spirituelle Aufstiege in andere Dimensionen. Wenn es etwas zu bewirken gibt, dann findet das hier statt, jetzt, und immer gemeinsam, noch besser mit anderen, die mir (noch) fremd sind, mit denen ich mich vernetzen und verknüpfen kann.

Die imaginierte Zukunft mag tröstlich sein, sie basiert aber auf Angst in der Gegenwart. Die Unruhe, die überwältigenden Probleme unserer Zeit,  zu sehen, zu erleben, anzuerkennen und mit ihnen zu arbeiten, schafft eine Grundlage für Leben, die echten Trost bieten kann – karg, aber real, weil mit Kraft und Handlungsfähigkeit verbindend.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen und verwendet eine sehr eigenwillige Sprache. Neues Denken eben, ich bin gespannt, ob ich mich bald mit jemandem darüber austauschen kann und freu mich darauf!

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Auf Englisch erschließt sich die Eleganz der Gedanken besser: Staying with the trouble.

Hier kann man online hineinlesen.

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